Grußwort des Leiters

Liebe Freunde,

 

„Selig, die Frieden stiften…, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“ (Mt. 5,9). Unter dieses Wort aus der Bergpredigt stellen die Malteser das Jahr 2018. Ein Wort, das einen erstmal etwas hilflos macht. Was bedeutet denn überhaupt „selig“? Und was „Frieden stiften“? Friedensstifter sind für mich Menschen wie Franz von Assisi und Mahatma Gandhi. Ich, mit meiner beschränkten Kraft und Reichweite, kann dem Tumult in der Welt doch nichts entgegensetzen! Und zu guter Letzt: möchte ich „Kind Gottes“ genannt werden? Möchte ich nicht viel mehr der Macher sein?

 

Und doch sind wir aufgerufen, Frieden zu stiften. Was kann man also tun? Und was ist nun „Seligkeit“? „Selig“ ist ein Wort, das zumindest ich mit einem weggetretenen Lächeln und „Bierseligkeit“ verbinde. Aber sogar in diesen Situationen scheint noch durch, was gemeint ist: Glückseligkeit. Also das, wozu wir von Gott geschaffen sind. Glückselig wird man, wenn man Gott auf das Geschenk des Lebens Antwort gibt. Dies ist nun leicht geschrieben, aber in der Umsetzung doch schwieriger. Wie kann man trotzdem diese Seligkeit erreichen? Die Seligpreisungen geben hier eine Anleitung. Einer der aufgezeigten Wege ist das „Friedenstiften“.

 

Der Friede beginnt nicht mit Heldentum und nicht an Verhandlungstischen. Friede beginnt immer im Herzen eines einzelnen Menschen. Nur von dort kann er sich ausbreiten. Frieden in und mit sich selbst findet man im Gebet, im Hören auf Gott. Aber auch das ist wieder leichter gesagt als getan. Es ist immer das Gleiche: In dem Moment, in dem man meint, im Frieden mit sich und Gott zu sein, kommt irgendetwas, z.B. eine Mücke, daher und mit der Seligkeit ist es dahin.

 

In den Projekten der GjM dürfen wir immer wieder die Erfahrung machen, dass es noch einen Weg gibt, fast eine Abkürzung: Den Weg, den ersten Schritt zu machen und seinem Nächsten in Liebe entgegenzukommen. Um friedlich miteinander zu leben, kennen Christen kein wirksameres Mittel als die dauerhafte aktive Bereitschaft, sich ganz auf sein Gegenüber einzulassen. Unsere Gäste in den Projekten sind regelrechte Meister darin, uns dies immer wieder neu zu lehren: sie regen uns an, UNS loszulassen, indem wir einfach auf SIE und IHRE Bedürfnisse eingehen – dann sind SIE die “Macher“ und wir können Kinder Gottes werden – und – selbstvergessen – selig. Eine Abkürzung ist dies insofern, als dass man das jederzeit machen kann; auch (oder gerade) wenn man mal nicht so im Frieden mit sich selber ist.

 

Wir möchten Euch herzlich einladen, mit uns dieses Jahr ein kleines Stück auf dem Weg des Friedens zu gehen. Und vielleicht auch ein wenig „Seligkeit“ schon im Hier und Jetzt zu erfahren.

Konrad Soden

Leiter der Gemeinschaft junger Malteser

© Gemeinschaft junger Malteser 2018

KontaktImpressumMitglieder